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Schwingende Glocken findet man in Glockentürmen von Kirchen, in Schulhäusern oder aber auch als Hausglocken. Die Glocke, seit je her ein Kommunikationsmittel ist aber auch
ein Musikinstrument. Bevor die richtige Glocke in Auftrag gegeben werden kann, sind einige Punkte zu berücksichtigen:
Die Art der Aufhängung (Fassade, Dachritter, offener Turm, geschlossener Turm) ist massgebend für das maximale Gewicht einer Glocke oder eines Geläutes.
Dem Glockengiesser stehen verschiedene Glockenformen zur Verfügung, um eine Glocke mit dem gewünschten Schlagton herzustellen. In der Fachsprache werden die Glocken an ihren Rippen verglichen. Die Rippe ist der Längsschnitt der Glocke oder anders gesagt das Profil.
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Prospekte
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Ist die ungefähre Grösse der Glocke bestimmt muss der genaue Ton ausgewählt werden. Anhand der bestehenden Glocken im Turm oder der Umgebung wird ein Klangmotiv
aussucht, welches sich zu anderen eventuell vorhanden Glocken einfügt. Daraus ergibt sichder einzelne Ton den eine Glocke haben muss.
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Kern der Glocke:
Für die Herstellung der Glocke muss eine Form aus Lehm aufgebaut werden. Die Form wird mit einer eigens für diesen Ton berechneten Schablone hergestellt. Zuerst muss ein Kern aufgemauert werden. Dieser wird zusätzlich mit Draht und Kupfernägeln armiert.
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Innere Kontur:
Der Former überzieht jetzt den Kern mit einer Lehmschicht. Diese bildet die innere Kontur der Glocke. Wenn die Lehmschicht genügend Dick ist und genau die Form der Schablone abbildet, wird eine Trennschicht aufgetragen. Während der ganzen Herstellung wird der Lehm mit einem Holzkohlefeuer im Inneren der Glocke getrocknet.
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Falsche Glocke:
Als „Falsche Glocke“ bezeichnet der Glockengiesser die Herstellung der nächsten Schicht. Der Former wechselt die Schablone und trägt die zweite Lehmschicht auf.
Verzierung und Beschriftung:
Sobald die falsche Glocke, das sogenannte Urmodell, fertig ist, können Verzierung und Beschriftung aufgesetzt werden. Die ganze Zier ist aus Wachs hergestellt und lässt sich auf die Glocke
kleben. Die Auswahl der Zier und die Entscheidung welche Inschriften die Glocke
tragen soll, ist meistens ein schönes Stück Arbeit für den Kunden.
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Der Mantel der Glocke:
Der Mantel besteht aus zwei Schichten. Zuerst wird die feuerfeste Schicht aufgetragen, danach eine stützende sehr gasduchlässige Schicht. Dem Lehm für die zweite Schicht werden Hanffasern zugemischt, welche eine tragende Funktion haben.
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Der Mantel wir mit Eisenringen armiert, damit er transportfähig wird.
Herstellung der Krone:
Die Krone wird parallel zur Glockenform fabriziert. Zuerst muss der Former die Wachskrone herstellen. Im zweiten Schritt verpackt man das Wahsmodell in Lehm. Das ganze Paket kommt in den Ofen, wo der Lehm trocknet und der Wachs schmilzt. Der harte Lehm bildet dann das Negativ der Form.
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Die Form in der Gussgrube:
Die dreiteilige Glockenform wird in die Gussgrube transportiert. Jetzt folgt das Heben des Mantels. In der Innenseite hat sich die Zier in die feuerfeste Schicht negativ eingeprägt. In diesem Moment können noch Retouchen an der Schrift gemacht werden.
Anschliessend wird die Falsche Glocke abgenommen – zerstört.
Der Mantel wird wieder aufgesetzt und der sich bildende Hohlraum wird später die Schmelze (die Glockenspeise) aufnehmen.
Die Form ist beinahe bereit. Sobald die Krone aufgesetzt ist, kann die Grube mit Sand gefüllt werden.
Das Gewicht des Sandes verhindert, dass der Mantel während des Einfliessens abgehoben wird.
Vom Auslauf unseres 10t Ofens
muss ein Kanal zu jeder Glocke hin gemauert
werden.
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Die Legierung für schwingende
Glocken besteht aus 79% Kupfer und 21% Zinn. Der
Glockenguss ist der Höhepunkt in der Fabrikation
der Glocke. Die Schmelze hat zum Zeitpunkt des
Gusses eine Temperatur von ca. 1'050 bis 1'100°C.
Die Geduld des Glockengiessers wird strapaziert, denn bis zum Auskühlen der Glocke können einige Tage bis Wochen vergehen. Erst wenn die Glocke ausgepackt ist und der Klang geprüft, weiss der Meister ob dem Guss Erfolg beschienen ist.
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Jetzt kommt die Feinarbeit des Schleifens. Mit einer speziellen Schleiftechnik wird zuerst die Gusshaut abgeschliffen. Diese Arbeit bedarf grossen Fingerspitzengefühls und gibt den Rüetschi Glocken eine prägende Charakterisitk.
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Die letzte Arbeit ist die Abstimmung der Glocke. Fünf Töne, welche aus harmonischen Oberschwingungen entstehen, können massgeblich korrigiert werden. Zur Überprüfung der Frequenzen stehen uns die traditionelle Stimmgabel oder elektronische Frequenzmessgeräte zur Verfügung.
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Klangreinheit steht in direktem Zusammenhang mit der Genauigkeit der Korrektur. Anhand des Beispiels wird aufgezeigt, welche Töne bei einer Glocke zu korrigieren sind. Es treten noch weitere, höhere Frequenzen auf, welche aber i.R. von geringem Einfluss auf die Mixtur
sind.
Glocke a2:
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a1 – die Unteroktave als Grundschwingung
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a2 – die Prim als Schlagton
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h2 – als kleine Terz zu a2
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e3 – als Quintakkord zu a2
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a3 – als Oberoktaveund
vielfache dieser Frequenzen.
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